[A Greater Infinity • 1982]
Größere Unendlichkeit nimmt die Science-Fiction-Idee auf, dass es »parallele Universen« gibt, in denen sich die Historie anders entwickelt hat. Und zwischen diesen Zeitlinien sollen Übergänge möglich sein: Duncan MacElroy ist Student der Ingenieurswissenschaften und schlittert während einer Sitzung des örtlichen UFO-Klubs in das größte Abenteuer seines Lebens hinein. Auf dem Rückweg vom Supermarkt, um Bier zu holen, zeigt sich seine Begleiterin Jane nicht mehr als harmlose Studentin, sondern als Agentin einer anderen Zeitlinie. Sie erklärt ihm angesichts eines gerade getöteten Neanderthalers, dass die Erde bald Schauplatz des Konflikts zwischen der Taladorischen Konföderation und dem Dalgirischen Imperium sein wird. Innerhalb verschiedener Cluster aus Parallelwelten und Zeitlinien bekriegen sich diese beiden Zivilisationen unerbittlich.
In den nächsten Monaten und Jahren wird Duncan MacElroy zum Zeitagenten ausgebildet, er nimmt an wichtigen Einsätzen teil und ist zufällig immer am richtigen Ort. Niemand weiß genau, warum er so wichtig ist, nur dass die Dalgiri ihn gefangen nehmen oder töten wollen. Am Ende tritt eine bislang unbekannte Zivilisation X in den Konflikt mit ein.
Größere Unendlichkeit ist durchweg unterhaltsam und kurzweilig. Es ist ein Abenteuer, bei dem mancher Junge gerne dabei gewesen wäre. Der wiederholte Wechsel der Handlungsschauplätze und das Einführen neuer Protagonisten lässt kaum Langeweile aufkommen. Allerdings ist es Michael McCollum nicht gelungen, aus den drei ursprünglichen Erzählungen, die die Grundlage des Romans bilden, eine einheitliche Geschichte zu schaffen. Deshalb gibt es auch keine vertiefte Darstellung der einzelnen Figuren oder Gesellschaften. So sind die Dalgiri einfach nur »böse«.
Mögen die Dalgiri wie Diktatoren wirken, hat die Taladorische Konföderation vor allem die gleichen Rechte für jeden als Vorteil zu bieten. Immerhin erwähnt McCollum kurz die Nachteile der Konföderation, beispielsweise das Abschieben von Umweltproblemen in andere Zeitlinien. Hierin zeigt sich eine Stärke McCollums, die er leider wenig nutzt: So sehr er eine Seite befürwortet, er kann sie auch kritisieren.
Das Ende von Größere Unendlichkeit hat McCollum angenehm offen gestaltet: Duncan MacElroy plant die nächsten Schritte, die zu der Begegnung mit der mächtigen Zivilisation X führen werden ...
Die Abenteuer des Zeitagenten MacElroy erschienen in den Erzählungen »Beer Run« (1979), »A Greater Infinity« (1980) und »Which Way to the Ends of Time?« (1981) in dem SF-Magazin Analog. Für die Romanausgabe schrieb Michael McCollum Überleitungskapitel und schlug den Titel Quest Crosstime vor, aber so hieß bereits ein bekannter Roman Andre Nortons. Daraufhin wählte er A Greater Infinity.
Ulrich Blode

Atlantis Verlag (Stolberg, 2005) | Paperback, 214 Seiten | Deutsch von Dirk van den Boom | Titelbild von Hexodus | Innenillustrationen von Sylke Brandt